Berichte
Politik kritisiert, Gewerbe gelobt
GEDERN. Seit einigen Tagen dürfen Gederns Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus reinere Luft einatmen als bisher. Die Stadt installierte eine Abgasabsauganlage. Eine Investition, die, wenn man den Worten des Stadtbrandinspektors Andreas Hass anlässlich der gemeinsamen Mitgliederversammlung von Förderverein und Einsatzabteilung im Gasthaus Zum Löwen Glauben schenken darf, von einigen Politikern der Großgemeinde als "überflüssig" bezeichnet wurde. Eine Kommentierung, die bei Haas und seinen Kameraden in Gedern nicht gut ankam. "Diese Anlage ist gesetzliche Vorgabe. Tag für Tag atmeten seit Jahren die freiwillig tätigen Einsatzkräfte beim Einsatz Rußpartikel aus den Abgasen der Fahrzeuge ein. Wer da unterstellt das mache doch nichts, handelt grob fahrlässig." Worte, die deutlich die Verärgerung des Stadtbrandinspektors zum Ausdruck brachten und für die er von den sehr zahlreich erschienen Vereins- und Einsatzabteilungsmitgliedern regen Beifall erhielt.
Sie waren an diesem Abend gekommen, um gemeinsam ihre turnusgemäße Mitgliederversammlung abzuhalten. Eine Versammlung, in deren Mittelpunkt weniger die üblichen nackten Zahlen standen, sondern Lob für Gederns Gewerbetreibende und die übrige Bevölkerung, die dem Spendenaufruf für die Beschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeuges (MTF) gefolgt waren. Der mittlerweile angeschaffte Wagen, ein VW-Crafter, der überwiegend der Ausbildung der Jugendfeuerwehr, aber auch zu speziellen Dienstfahrten wir zur Ausbildung an der Atemschutzstrecke in Bad Nauheim dient. Möglich wurde die Anschaffung einzig und allein durch eine große Spendenaktion in Gedern sowie die finanzielle Unterstützung durch den Förderverein. So konnte Menzel in seinem Bericht die stolze Summe von 12.395,76 Euro nennen, die sich aus einem fünfstelligen Spendenbetrag Gewerbetreibender und aus Spendengelder aus der Bevölkerung zusammensetzte. Der Anschaffungspreis und die Ausstattungskosten für Funk- und Signalanlage betrugen insgesamt 32.078 Euro. Die Differenz stellte der Förderverein zur Verfügung. Sowohl Menzel als auch Neunert dankten unter dem großen Beifall aller Anwesenden den Spendern für deren Unterstützung. Wobei beide nicht verhelten, dass man auch weiterhin auf Spenden hoffe, um die finanzielle Belastung des Vereins gerade für den Bereich der Jugendarbeit reduzieren zu können. Das Fahrzeug soll am 16. April in einer gesonderten Feierstunde bei Anwesenheit der Spender in den Dienst der Stadt Gedern gestellt werden.
Quelle: Gederner Anzeiger, 21.03.2010 (Wolfgang Kunert) (Auszug)