Berichte
Alle Herausforderungen der Übung mit Bravour gemeistert
Versammlung aller Gederner Wehren - Goldenes Brandschutzehrenzeichen für Klaus Neunert
(wk). Sonntag 8.45 Uhr in Gedern: In den Ortsteilen ertönen die Sirenen und gleichzeitig stimmen sämtliche Funkmeldeempfänger der Feuerwehrleute in der Großgemeinde in ein Piepton-Konzert ein. Über Funk kommt die Information, dass es bei einem Unternehmen in Ober-Seemen, in dessen Räumen Tintenpatronen befüllt werden, zu einer Explosion gekommen sei. Mehrere Menschen sind verletzt. Dass es sich dabei um eine Übung handelt, ist den Einsatzkräfte schon bekannt.
Was jedoch unter den Augen von Stadtbrandinspektors Andreas Haas niemanden veranlasste, die Übungslage nicht wie einen Ernstfall aufzufassen. Und so sollte er später ein positives Fazit ziehen: "Die Lagen sind mit Bravour abgearbeitet worden." Bei der Übung galt es, neben der normalen Brandbekämpfung Verletzte, durch Dummys dargestellt, aus einem Fahrzeug und von einem Containerdach zu retten sowie leck geschlagene Tintentanks, die als Gefahrgut und explosionsgefährdet eingestuft wurden, abzudichten. Da in solchen Situationen im Ernstfall auch Atemschutzgeräte zum Einsatz kommen, wurde bei der Übung Wert darauf gelegt, dass die Überwachung der jeweiligen Trupps ordnungsgemäß vollzogen wurde. Hier wie auch in den anderen Übungsbereichen gab es laut Haas keinen Anlass für Kritik.
Die Übung war an diesem Tag jedoch nicht der einzige Tagesordnungspunkt für die Einsatzkräfte. Im Anschluss trafen sie sich zur gemeinsamen Hauptversammlung aller Wehren der Großgemeinde im Feuerwehrhaus Ober-Seemen. Dort legte Haas den 115 Feuerwehrkameraden seinen Jahresbericht vor. Gederns Feuerwehren verfügen zusammen über 221 Einsatzkräfte, darunter 27 Frauen. Elf Kameraden haben 2009 die Einsatzabteilungen verlassen haben. In seinem Bericht führte Haas weiter aus, dass die örtlichen Wehren 2009 insgesamt zu 63 Einsätzen ausrücken mussten. Dabei leisteten die eingesetzten Kräfte insgesamt 1367 Einsatzstunden.
Um sich fortzubilden und die Handhabung der Geräte und Fahrzeuge zu beherrschen, absolvierten die Feuerwehrmänner und -frauen aus der Kernstadt und den Stadtteilen Wenings, Steinberg sowie Ober-, Mittel- und Nieder-Seemen im vergangenen Jahr insgesamt 153 Übungen mit zusammen rund 2000 Stunden. Hinzu kommen die Besuche von insgesamt 93 Lehrgängen mit den unterschiedlichsten Ausbildungszielen.
Diese Fakten und der Übungsverlauf sind für Gederns Bürgermeister Stefan Betz sowie die bei der Übung und der Versammlung anwesenden Mandatsträger, darunter Stadtverordnetenvorsteher Kurt Heusohn, ein Beweis für die gute Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Wehren.
Dies unterstrich auch Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann in seinem Grußwort. Der Chef der Wetterauer Einsatzabteilungen war aber auch gekommen, um im Auftrag des Hessischen Innenministers Gederns Ehrenstadtbrandinspektor Klaus Neunert für 40 Jahre Dienst das Goldene Brandschutzehrenzeichen zu verleihen. Außerdem wurden während der Versammlung durch Haas und Bürgermeister Betz Markus Holle zum Stadtjugendfeuerwehrwart und Dominik Losert zu dessen Stellvertreter ernannt. Ihre Beförderungsurkunde zum Brandmeister konnten Gederns Wehrführer Maic Neunert sowie der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Lapp entgegen nehmen. Michael Oberheim wurde ebenfalls am Sonntagmorgen befördert und zwar zum Löschmeister.
Quelle: www.kreis-anzeiger.de (Wolfgang Kunert)