Berichte - Jahreshauptversammlung aller Feuerwehren der Stadt Gedern
Andreas Haas neuer Chef der Gederner Feuerwehren
Stabile Mitgliederzahlen in Einsatzabteilungen - Ein Viertel des Nachwuchses verloren
GEDERN (wk). Mitte Februar hat Gederns Stadtbrandinspektorin Ulrike Schneider aus beruflichen Gründen ihr Amt niedergelegt. Für viele kam der Rücktritt überraschend, doch Schneider hatte bereits bei ihrer Wahl im April 2007 angekündigt, dass sie die Funktion an der Spitze der Gederner Feuerwehren nur zeitlich begrenzt ausüben wird. Die Entscheidung, das Amt niederzulegen, wurde ihr erleichtert, da sich in den Reihen der Einsatzabteilungen eine Mehrheit für einen Nachfolger abzeichnete. So gab Schneiders Stellvertreter Stefan Lapp während der Mitgliederversammlung aller Gederner Wehren im Feuerwehrhaus in Ober-Seemen als kommissarischer Stadtbrandinspektor bekannt, dass der Wehrführerausschuss der Stadt Andreas Haas als Stadtbrandinspektor vorschlägt. Der Wehrführer und Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Seemen wurde in einer geheimen Wahl mit 66,7 Prozent der Stimmen und somit von 58 Mitgliedern der Einsatzabteilungen, bei 90 Stimmberechtigten, gewählt. Drei Stimmen waren ungültig. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
Der 41-jährige Familienvater und Fachberater im Außendienst für Bauelemente nahm nach seiner Wahl die Glückwünsche von Bürgermeister Stefan Betz entgegen. Der Rathauschef verpflichtete Haas per Handschlag als Wahlbeamter auf Zeit für die kommenden fünf Jahre als Stadtbrandinspektor.
Vor dieser Personalentscheidung legte Lapp den Jahresbericht aller Gederner Wehren für 2008 vor. Ihm war zu entnehmen, dass die Bevölkerung der Großgemeinde im Notfall auf eine personell starke und gut ausgebildete Feuerwehr setzen kann. Entgegen der zum Teil dramatischen negativen personellen Entwicklung in anderen Kommunen können die Wehrführer in Gedern auf fast konstant besetzte Einsatzabteilungen zurückgreifen. Im vergangenen Jahr zählte Gedern 232 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Das sind nur drei weniger als im Jahr zuvor. Zahlen, von denen andere Wehren nur träumen können, berichtete der stellvertretende Kreisbrandinspektor Michael Kinnel. Lapp berichtete weiter, dass die Zahl der Einsätze im Vergleich zum Vorjahr um 45 auf 114 sank. Dabei stieg die Zahl der Brandeinsätze um fünf auf 37. Nur 24 Mal (im Vorjahr 69 Mal) mussten Gederner Wehren zu Hilfeleistungseinsätzen ausrücken, dazu gehörten unter anderem Verkehrsunfälle und die Beseitigungen von Ölspuren oder Wasser in Gebäuden.
Eher als dramatisch kann dagegen die personelle Entwicklung in den Nachwuchsabteilungen bewertet werden. Innerhalb der vergangenen sechs Jahre verringerte sich die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren von 98 auf 70 Mädchen und Jungen. Zum Jahresbeginn 2008 waren es noch 77, davon 16 Mädchen und 61 Jungen. Insgesamt verloren die Nachwuchsabteilungen laut Stadtjugendwart Sven Reuter im vergangenen Jahr 24 Mitglieder. Dank 17 Neuzugängen konnte ein existenzgefährdender Einbruch verhindert werden. Andere Interessen und "keine Lust mehr" wurde bei fast der Hälfte als Begründung für den Austritt genannt.
Eine Entwicklung, der es gelte, vehement entgegen zu wirken. Daher wollen sich Reuter und seine Mitstreiter massiv der Nachwuchswerbung widmen. Nur mit einer starken Nachwuchsabteilung sei gewährleistet, dass die Form des europaweit einzigartigen Systems des flächendeckenden Brandschutzes auf ehrenamtlicher Basis Bestand habe.
Seit 25 Jahren gehören Volker Klehm, Heiko Pipp, Heiko Schäfer und Carmen Wolf der Einsatzabteilung an. Für dieses Engagement überreichte ihnen Kinnel im Namen des Innenministers Volker Bouffier das silberne Brandschutzehrenzeichen am Band. Michael Strupp, Sven Reuter und Michael Oberheim wurden zu Löschmeistern befördert, Ralf Müller zum Hauptlöschmeister. Betz ernannte zudem Michael Kaiser zum stellvertretenden Wehrführer in Nieder-Seemen. Lapp ernannte Thomas Möstl zum Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Gedern, Felix Schmidt ist sein Stellvertreter.
Quelle: www.kreis-anzeiger.de (Wolfgang Kunert)