Berichte
Feuer in der Gesamtschule - Szenario wirkt täuschend echt
Großeinsatz ist "nur" eine Übung - Besorgte Lehrer und Erster Stadtrat vor Ort - Schweißarbeiten lösen Großbrand aus - Probleme bei der Alamierung
GEDERN (wk). Rauchschwaden drangen aus der Gesamtschule Gedern, um Hilfe schreiende Menschen an den Fenstern im zweiten und dritten Stock signalisierten, dass sie in Gefahr schweben. Offensichtlich verletzte Personen irrten Hilfe suchend vor dem Gebäude umher. Sie waren es, die am Mittwoch gegen 19.15 Uhr die ersten Feuerwehrleute aus Gedern informierten, dass in der Schule ein Großbrand wüte und Menschen eingeschlossen seien.
Obwohl jedem Feuerwehrmann klar wurde, dass es sich "nur" um eine Übung handelte, gingen alle professionell vor. Die Leitstelle alarmierte alle Gederner Stadtteilfeuerwehren. Allerdings traten dabei Probleme auf. Zahlreiche Funkmeldeempfänger und die Sirenen wurden nicht ordnungsgemäß ausgelöst. Im Ernstfall hätte dies zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen geführt, weil die Disponenten der Leitstelle den Fehler bei der Alarmierung erst registriert hätten, wenn sich die Feuerwehren nicht nach einer gewissen Zeit am Funk gemeldet hätten. Da aber Gederns Stadtbrandinspektor Andreas Haas und Wehrführer Maic Neunert als Übungsorganisatoren bemerkten, dass nicht ordnungsgemäß alarmiert worden war, griffen sie per Funk ein und informierten die Leitstelle. Die löste danach noch zweimal Alarm aus. Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann erklärte gestern auf Anfrage des Kreis-Anzeigers, dass die Leitstelle derzeit modernisiert wird. Daher sei es offensichtlich zu Problemen gekommen. Er versicherte, dass man unmittelbar nach dem Vorfall am Mittwochabend reagiert und den Fehler behoben habe.
Die umfassende Alarmierung und das nach außen hin sehr realistisch wirkende Szenario veranlasste Gederns Ersten Stadtrat Klaus Bechtold aus Wenings nach Gedern zu kommen. "Man hat mich angerufen, dass die Schule brennt", berichtete er. Auch in Gedern wohnende Lehrer kamen besorgt vorbei und wollten wissen: "Es handelt sich doch sicher nur um eine Übung?"
Der Übung zugrunde lag die Annahme, dass Schweißarbeiten einen Brand in den Zwischendecken des Gebäudes verursacht hatten. Die Flammen breiteten sich schnell aus. Deswegen waren Arbeiter, dargestellt durch Feuerwehrleute aus Hirzenhain und Gedern, sowie eine Familie, die ihren Vater am Arbeitsplatz besucht hatte und durch Dummys verkörpert wurde, an verschiedenen Stellen im Gebäude eingeschlossen. Die Rettung der elf Personen stand im Vordergrund des Einsatzes. "Die Übung stellte unter Beweis, dass unsere Feuerwehren ihre Aufgaben und damit auch derartige Schadenslagen sehr gut beherrschen", zog Stadtbrandinspektor Haas nach einer Stunde ein positives Fazit.
Quelle: www.kreis-anzeiger.de (Wolfgang Kunert)
Bilder: Carolin Hartmann